Mein Klavierweg

Filmmusik am Klavier spielen: Meine Fortschritte mit meineMusikschule Klavier

Filmmusik am Klavier spielen beim Klavier-Wiedereinstieg: Hände auf den Tasten während eines Online-Klavierkurses

Chopin verlangt flinke Finger, ein Filmmusik-Thema aus einem Hans-Zimmer-Score dagegen vor allem einen ruhigen, gleichmäßigen Anschlag – und genau dieser Unterschied hat meinen Klavier-Wiedereinstieg leichter gemacht, als ich gedacht hätte.

Kurz die Offenlegung, bevor es weitergeht: Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung und verlinke Kurse, die ich selbst ausprobiert habe. Manche dieser Links sind Affiliate-Links – kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass es für dich teurer wird.

Als Kind saß ich acht Jahre am Klavier, bis kurz nach dem Abitur die Zeit im Studium fehlte und danach der Platz in immer kleineren Wohnungen. Irgendwann war die Gewohnheit einfach weg. Vor einiger Zeit habe ich mir selbst ein Digitalpiano geschenkt, und seitdem stelle ich mir jeden Sonntag dieselbe Frage: Können meine Finger das noch?

Warum tut Filmmusik dem Wiedereinstieg gut?

Schwere Chopin-Nocturnes waren von Anfang an keine Option – ich hätte binnen einer Woche aufgegeben. Filmmusik dagegen verzeiht viel: Sie lebt von wenigen, klar gesetzten Tönen und einem Anschlag, der Ruhe ausstrahlt, nicht von halsbrecherischen Läufen. Damit einzusteigen fühlte sich an, als würde jemand die Tür einen Spalt öffnen, statt sie mir vor der Nase zuzuschlagen.

Begonnen habe ich mit meineMusikschule Klavier, einem Online-Klavierkurs mit niedriger Einstiegshürde. Man kann dort reinschnuppern, ohne sich sofort langfristig zu binden, und genau das brauchte ich als Berufstätige mit unplanbarem Alltag.

Mein Muskelgedächtnis am Klavier war offenbar nicht weg, nur verschüttet – ähnlich wie eine Sprache, die man als Kind gesprochen hat: Die ersten Sätze klingen holprig, aber der Rhythmus kommt schneller zurück, als man denkt.

Aktuell arbeite ich mich Takt für Takt durch Yann Tiersens „Comptine d'un autre été", bis die linke Hand nicht mehr nachdenken muss.

Ein Fingertechnik-Kurs, der nicht funktioniert hat

Bevor ich bei einem Kurs wirklich geblieben bin, hatte ich einen Fingertechnik-Videokurs mit Hausaufgaben probiert. Nach dem zweiten Modul bin ich steckengeblieben. Die Übungen fühlten sich an wie Korrekturfahnen, nicht wie Musik, und irgendwann habe ich das Fenster im Browser einfach nicht mehr geöffnet.

Kurze Tonleitern am Klavier übe ich trotzdem noch, aber nur als Aufwärmen von wenigen Minuten, nicht als Dauerprogramm mit Hausaufgabenzettel. Der Unterschied liegt im Zweck: Aufwärmen statt Abarbeiten.

Die Realität zu Hause bleibt trotzdem chaotisch. Meine Katze hat es sich neulich mitten im Refrain eines Stücks auf meinem linken Unterarm bequem gemacht, die Bassnoten wurden zu einem einzigen Cluster, und ich musste lachen statt mich zu ärgern. Genau das ist Klavier lernen ohne Lehrer zu Hause: Man teilt sich die Bühne mit Haustieren und Alltag, ganz ohne Publikum, das sich beschwert.

Nahaufnahme von Händen beim Filmmusik-Klavier-Üben mit einem alten Notenheft aus dem Klavier-Wiedereinstieg im Hintergrund

Am Schreibtisch merke ich, dass sich etwas verändert hat

Bruno aus der Lektoratsabteilung, zwei Büros weiter, fragt seit meinem ersten Tagebucheintrag höflich nach, wie weit ich bin – von Musik hat er keine Ahnung, aber seine Neugier ist echt. Neulich lag eine Partitur bei mir auf dem Schreibtisch, mitten in der Mittagspause, und ich merkte beim Umblättern, dass ich die Noten einfach las, ohne die Linien einzeln zu zählen. Bruno schaute kurz hinüber und fragte nur, ob das seltsame Zeichen über der Note ein Druckfehler sei.

Abends gehe ich manchmal am Schleußiger Weg entlang, am Elsterbecken vorbei, und übe dabei die Fingersätze im Kopf durch, ganz ohne Tasten unter den Händen. Es klingt nach wenig, verändert aber, wie sicher die Finger am nächsten Tag greifen.

Erika aus meiner kleinen Musikrunde in Plagwitz – wir treffen uns dort einmal im Monat mit vier anderen Erwachsenen, die ihr Instrument wiederentdeckt haben – spielt konsequent nur klassisches Repertoire, kein einziges Pop-Arrangement. Ihre Disziplin beeindruckt mich, auch wenn ich selbst gerade lieber bei Filmmusik bleibe.

Reinschnuppern oder vertiefen: wie ich mich entscheide

Digitalpiano mit Tablet auf dem Notenständer während eines Online-Klavierkurses zum Filmmusik-Klavier-Wiedereinstieg

Irgendwann reichte mir das reine Nachspielen nicht mehr. Verstehen wollte ich, warum ein und derselbe Ton einmal hart und einmal weich klingt, je nachdem, wie die Taste losgelassen wird. Deshalb schaue ich inzwischen parallel bei der RS-Piano-Akademie vorbei – das Niveau liegt höher, die Investition auch, aber es fühlt sich eher nach einer richtigen musikalischen Ausbildung an als nach einer App.

Dort geht es viel darum, den Klavier-Anschlag zu verbessern, und gerade bei Filmmusik macht das den Unterschied: Diese Stücke leben von einem ruhigen, gleichmäßigen Anschlag statt von schwierigen Tönen, und deshalb belohnen sie Wiedereinsteigerinnen schon früh, bevor die Technik überhaupt tief sitzt.

Wenn du selbst überlegst, wieder anzufangen: Wähle nicht das schwerste Stück, sondern eines, das dich wirklich zieht. Für den ersten Schritt reicht meineMusikschule Klavier völlig – niederschwellig, ohne große Verpflichtung. Bleibt das Feuer und willst du tiefer in Anschlag und Dynamik einsteigen, passt die RS-Piano-Akademie besser. Und wer wie Erika lieber streng strukturiert übt, dabei aber offen für Keyboard-Sounds bleibt, findet im 52-Wochen-Plan von KEYBOARD X vielleicht die passendere Schiene, auch wenn der Schwerpunkt dort mehr beim Keyboard als beim klassischen Klavier-Repertoire liegt.

Nur ein schmaler Streifen Licht von der kleinen Klemmlampe am Notenständer fällt heute auf die weißen Tasten, während ich die letzten Takte noch einmal durchgehe. Meine Finger sind nicht mehr so dehnbar wie mit sechzehn, aber sie haben heute mehr zu erzählen – und mein Leipziger Klavier-Tagebuch wird jede Woche ein Stück länger.

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