Mein Klavierweg

Klavier lernen ohne Lehrer Erfahrungen: Mein Fortschritt mit meineMusikschule

Klavier lernen ohne Lehrer Erfahrungen: Online-Klavierkurs und Klavier-Wiedereinstieg für Erwachsene

Drei von fünf Fingern gehorchten mir in der allerersten Übungsminute nach dem Wiedereinstieg – die anderen beiden hingen wie abgeschaltet an der Hand herum. Genau da beginnt jeder ernsthafte Versuch, sich das Klavierspielen nach Jahrzehnten Pause ohne Lehrer wieder beizubringen: nicht bei der großen Frage, ob die Finger es überhaupt noch können, sondern beim einzelnen Finger, der sich weigert.

Bevor es weitergeht, kurz zur Offenheit: Dieser Text enthält Affiliate-Links zu Klavierkursen, die ich selbst getestet habe. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass für dich ein Cent mehr fällig wird. Meine vollständige Offenlegung findest du hier.

Nicht das Vergessene war die größere Überraschung, sondern das Übriggebliebene: Ein Chopin Nocturne, das ich mit sechzehn im Schlaf spielen konnte, saß nach dem ersten Blättern immer noch zu einem verblüffenden Teil in den Fingerspitzen, nur eben nicht mehr im Tempo, das ich in Erinnerung hatte. Offenbar bleibt in den Händen mehr hängen, als der Kopf zugibt, und genau darauf lässt sich beim Wiedereinstieg aufbauen: Man trainiert nicht bei null, man reaktiviert.

Klavier-Wiedereinstieg ohne Lehrer: was zuerst zurückkommt

Im alten Notenheft von 1994 steht mein eigener Fingersatz noch mit Bleistift über den Notenzeilen, inzwischen so verblasst und an manchen Stellen neu überschrieben, dass zwei Handschriften übereinanderliegen, meine heutige und die von damals. Genau dort wird sichtbar, wie unterschiedlich beide Hände altern: Die rechte Hand, die meist die Melodie trägt, findet die Tasten schneller wieder als die linke, die selbstständig denken muss, ohne sich an der rechten festzuhalten. Wer ohne Lehrer übt, muss diese Unabhängigkeit der Hände selbst trainieren, sonst übernimmt eine Hand ständig die Führung für die andere.

Ein Teil dieser Arbeit passiert sogar ganz ohne Klavier. Auf dem Weg zur Arbeit lassen sich Fingersätze im Kopf durchgehen oder Intervalle stumm mitsingen – wer eine Terz von einer Quart unterscheiden kann, bevor der Finger die Taste überhaupt berührt, hat es später leichter.

Altes Notenheft von 1994 mit verblasstem Bleistift-Fingersatz neben einem digitalen Klavier – Klavier-Wiedereinstieg ohne Lehrer

Wie meineMusikschule den Einstieg trägt

Für den täglichen Einstieg brauchte es aber zuerst kein akademisches Programm, sondern einen niedrigen Schwellenwert. Genau das bot mir meineMusikschule Klavier: ein Online-Klavierkurs mit kurzen Video-Lektionen, ohne Vorwissen vorauszusetzen und ohne festen Termin, den ich mir neben einem unvorhersehbaren Alltag im Lektorat ohnehin nicht hätte leisten können – gedacht für alle, die als Erwachsene wieder, oder überhaupt erst, Klavier lernen wollen.

Am meisten half mir dabei eine einfache Bach Invention, die früher im Schlaf saß und jetzt Zeile für Zeile neu erarbeitet werden musste. Der Blick fürs Blattspiel kommt dabei nach und nach zurück, das ist aber ein eigenes Kapitel für sich – wichtiger war am Anfang, überhaupt wieder regelmäßig am Instrument zu sitzen.

Technik ist nicht gleich Musikalität

Nicht jede Übung fühlt sich nach Musik an, und genau daran wäre ich in den ersten Wochen fast gescheitert. Die Hanon-Übungen, die ich als Kind gehasst habe, empfand ich beim Wiedereinstieg plötzlich als angenehm mechanisch – ein Gerüst für die Finger, während der Kopf frei bleibt. Wichtig ist dabei, sie nicht mit echtem Repertoire zu verwechseln: Etüden bauen die Maschine, klassische Klavierstücke für Wiedereinsteiger geben ihr einen Grund zu laufen, und wer nur das eine ohne das andere übt, verliert entweder die Beweglichkeit oder die Lust.

Ich übte eine Zeit lang stur nach Metronom, gleichmäßig, ohne Ausnahme – bis mich das ständige Klicken so nervös machte, dass ich das Gerät irgendwann einfach ausschaltete. Die eigentliche Lektion, wie viel echtes langsames Üben von reinem Metronom-Drill unterscheidet, ist ein eigenes Thema für sich; für mich zählte an diesem Punkt nur, dass langsames Spielen ohne Klicken mehr brachte als stures Zählen. Stillstand gehört zum Wiedereinstieg dazu – wer über mehrere Übungseinheiten hinweg keinen Fortschritt spürt, übt meistens trotzdem richtig, auch wenn sich das noch nicht zeigt.

Auch die Begleithand verlangt neue Aufmerksamkeit, sobald man von der reinen Melodie zu Akkorden wechselt – wer die Grundlagen der Harmonik nicht wenigstens in Umrissen kennt, tastet sich bei jedem neuen Stück blind durch die Basslinie. Genauso verhält es sich mit dem Pedal: falsch dosiert verschmiert es genau die Übergänge, die vorher mühsam sauber geübt wurden, richtig dosiert trägt es die Klangfarbe, die eine Aufnahme von einer bloßen Fingerübung unterscheidet.

Das Handgelenk wollte ebenfalls neu gelernt werden. Nach den ersten Übungseinheiten ballten sich die Schultern fast bis zu den Ohren, und erst bewusstes Lockerlassen zwischen den Phrasen löste die Verspannung wieder. Wer sich zusätzlich am Quintenzirkel orientiert, findet sich in fremden Tonarten schneller zurecht, als jede Tonleiter einzeln auswendig zu pauken – Tonleitern am Klavier von Grund auf neu zu ordnen, hat am Ende mehr gebracht als jedes Stück für sich zu üben.

Detailaufnahme der Hände auf den Klaviertasten – Anschlag und Technik beim Klavier lernen als Erwachsene

Der Wechsel zu mehr Tiefe: die RS-Piano-Akademie

Nach einer Weile reichte mir die Unaufgeregtheit des Einstiegs nicht mehr. Ich wollte tiefer in die Technik, nicht nur in neue Stücke, und landete deshalb bei der RS-Piano-Akademie, die spürbar akademischer aufgebaut ist und sich an Erwachsene richtet, die es genauer wissen wollen.

Der Unterschied liegt vor allem im Anschlag selbst – nicht nur, welche Taste gedrückt wird, sondern mit wie viel Gewicht und wie kontrolliert. Wer diesen Klang zurückgewinnen will, den man vielleicht mit sechzehn einmal hatte, findet dazu mehr unter Klavier Anschlag verbessern als in den meisten Einsteiger-Apps.

Für alle, die weniger klassisch orientiert sind und eher einen festen Wochenplan suchen, bleibt KEYBOARD X eine Überlegung wert: Mit einem durchstrukturierten 52-Wochen-Plan schafft der Anbieter eine Verbindlichkeit, die manchen Wiedereinsteigern hilft, nicht schon nach den ersten Anläufen wieder aufzugeben. Mir persönlich hat trotzdem der klassischere Weg über die RS-Piano-Akademie mehr gebracht.

Eine einfache Faustregel zum Schluss

Nicht jeder Übungsmorgen ist gleich. An einem gewöhnlichen Dienstag bin ich einmal aufgewacht mit der plötzlichen Lust zu üben, ganz ohne mir das am Vorabend vorgenommen zu haben – kein Ziel, kein Stück im Kopf, nur die Finger, die wieder wollten. Solche Morgen lassen sich nicht erzwingen, aber sie kommen öfter, wenn man ihnen nicht mit Druck begegnet.

Ob der Einstieg über meineMusikschule gelingt oder direkt über die RS-Piano-Akademie, hängt weniger vom Programm ab als von einer einzigen Entscheidung: den Kurs an den eigenen Alltag anzupassen und nicht umgekehrt. Wer sich fragt, wann der richtige Zeitpunkt für die tiefere, akademischere Variante ist, kann sich an einer einfachen Faustregel orientieren – sobald die Basis-Lektionen anfangen, sich zu wiederholen, statt neue Fragen aufzuwerfen, ist der Wechsel fällig, nicht vorher.

Manche führen dafür ein eigenes Hausmusik-Tagebuch mit jeder geübten Minute. Bei mir reicht inzwischen ein Blick auf die letzte Lektion, um zu wissen, ob es Zeit für den nächsten Schritt ist.

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